Chronik Seekrone

Der neue Name für das Haus des Gastes – „Seekrone“ – hat einen historischen Bezug. Dort wo sich das Gebäude heute befindet, stand zwei Jahrhunderte lang das „Hotel Krone“.

Erinnerungen an das ehemalige Gasthaus „Krone“

Der Wasserburger Chronist Dieter Kraus hat die die Vergangenheit der „Krone“ studiert.

 

1690 – 1742 | Pächter Konrad Sauter

Das Gasthaus „Krone“ wurde um das Jahr 1690 erbaut.
Als erster Wirt taucht in der Chronik Konrad Sauter aus Schleinsee auf, ein Bruder des bekannten Wasserburger Pfarrers Melchior Sauter.
Fast ein halbes Jahrhundert lang, nämlich bis 1742, betreute Konrad Sauter seine Gäste.

1742 – 1761 | Pächter Dominikus Sauter

Dann übergab er das Wirtshaus seinem Sohn Dominikus.
Domenikus starb 1761, die „Krone“ ging an Melchior Sauter über, der in Wasserburg als Lehrer wirkte.

1761 – 1784 | Pächter Melcior Sauter
1761 – 1817 | Pächter Zacharis Hener

Dann erscheint um 1784 als Besitzer ein Zacharis Hener aus Hege, der bis zum 19. Juli 1817 Kronenwirt war.

1819 – 1854 | Pächter Anton Martin

Ihn löste etwa um 1819 Anton Martin aus Nonnenhorn ab und blieb auf der „Krone“ bis zu seinem Tod am 16. September 1854.

1854 – 1889 | Pächter Johann Georg Martin

Von ihm ging die beliebte Gaststätte auf den 1822 geborenen Johann Georg Martin über.
Während seiner Zeit entstand der Stadel neben dem Gasthaus.

Wasserburger Bucht mit Hotel "Krone" Federzeichnung von dem großen Kunstmaler Franz Löffler

Wasserburger Bucht mit Hotel „Krone“ Federzeichnung von dem großen Kunstmaler Franz Löffler

 

1889 – 1889 | Pächter Johann Georg Martin

Der älteste Sohn, Karl, übernahm die „Krone“ 1889, gab die rechts neben dem Eingang gelegene Bäckerei auf und baute das Gasthaus um.
Nun wurde der Stadel zur Wirtschaft, der See wurde mit den Resten des abgebrannten Hafnerhauses (Nummer 17) aufgefüllt.
Lustig her ging`s oft im Tanzsaal im zweiten Stock, und Gemütlichkeit war Trumpf am alten runden Stammtisch, der im südwestlichen Eck im ersten Stock stand.

1890 – 1892 | Inselbrauerei Lindau

Vom nächsten Besitzerwechsel berichtet die Chronik im Jahre 1890; von nun an gehörte die „Krone“ der Inselbrauerei Lindau.

1892 – 1893 | Gebhard Haube

Doch bereits 1892 war der Gastwirt und Metzger Gebhard Haube neuer Besitzer.
Offensichtlich übernahm sich der neue Wirt, so daß bereits am 1. Januar 1893 die Zwangsversteigerung notwendig wurde.

1893 – 1906 | Inselbrauerei Lindau

Jetzt kaufte sie wiederum die Inselbrauerei Lindau, die mehrer Pächter beschäftigte.

Die Aufnahme stammt aus den 1950-er Jahren. Postkarte Hotel Krone aus dem Archiv von Uli Oehler

Die Aufnahme stammt aus den 1950-er Jahren.
Postkarte Hotel Krone aus dem Archiv von Uli Oehler

1906 – 1919 | Gebhard Haube

Die Inselbrauerei Lindau verkaufte das Haus im Oktober 1906 an Anton Strodel aus Oberreitnau, der bereits 1903 Pächter gewesen war.

Einen umfassenden Umbau brachte nach den Plänen des Aeschacher Architekten Bichelmaier das Jahr 1906.
Die beiden Kreuzgiebel zum See wurden dem Malhaus angepaßt, die Terrasse wurde angebaut. Am 23. Juni war es soweit: Die „Krone“ im neuen Gewand erwartete ihre Gäste.

1919 – 1952 | Baron Gleichen von Russwurm

Der nächste Besitzerwechsel war 1919 fällig. Am 21. Mai kaufte sie, inzwischen vom Gasthaus zum Hotel avanciert, der Baron Gleichen von Russwurm, ein Urenkel von Friedrich von Schiller, der im Volksmund nur der „Mausbaron“ genannt wurde.

Er holte sich als Geschäftführer Willi Weise, der später auch Besitzer des Hotels „Zum lieben Augustin“ wurde.

1952 – 1970 | Freiherr Conrad von Thienen Adlerflycht

Und die „Krone“ blieb auch weiterhin adelig. Nach dem Tode des Barons und dessen Frau im Jahre 1952 erbte sie Freiherr Conrad von Thienen Adlerflycht.

Nach rund 300 Jahren fiel die alte „Krone“ auf Wasserburgs Halbinsel der Spitzhacke zum Opfer
Zu erwähnen sind noch die beiden Pächter Fritz Haas aus Hirlingen und der Hotelier Arthur Bierle (heute Stiftswirt in Lindau) bevor der Krone 1970 die letzte Stunde als Hotel schlug.

Der Freiherr verkaufte sie an die Baugesellschaft Weingarten, die anstelle des Hotels ein gewaltiges Appartementhaus mit 100 Wohnungen bauen wollte.
Fast in letzter Minute wurden die Wasserburger Bürger wach, gründeten eine Bürgerinitiative „Rette die Halbinsel“ und hatten damit Erfolg.
Die Baugenehmigung wurde versagt, die Baugesellschaft machte am 4. Juni 1974 pleite.

1976 | Versteigerung und das Ende der „Krone“

Bei einer Versteigerung am 29. November 1976 erhielt die Gemeinde Wasserburg für 776.000 Mark den Zuschlag.

Nachdem dieses Haus am See auf der malerischen Halbinsel fast 300 Jahre lang ein Hort für Gastlichkeit und Gemütlichkeit gewesen war,

fuhren am 13. Dezember 1976 die mächtigen Baumaschinen auf und bereiteten dem Hotel „Krone“ ein Ende. Das Hotel wurde abgerissen.

1979 | Gemeinde baut neu: Haus des Gastes

Im Jahr 1979 begann die Gemeinde an dieser Stelle mit dem Neubau des „Haus des Gastes“. Am 25.04.1980 war die offizielle Einweihung dieses Hauses.

1980 – 2000 | Pächter Felicitas und Karl Schmid

Erste Pächter war das Ehepaar Felicitas und Karl Schmid aus Göppingen-Faurndau.
Karl Schmid verstarb 1998 und seine Frau führte bis Ende 2000 das Haus weiter.

2001 – 2014 | Pächter Familie Karl-Heinz Röss

Familie Karl-Heinz Röss führt das „Haus des Gastes“.

2015 | neue Pächter: Annet & Harald Weber

Der Gemeindrat sucht aus 50 neuen Vorschlägen einen neuen Namen aus.
Der neue Name lautet in Bezug auf die damalige „Krone“: SeeKrone.

Somit hat Wasserburg wieder eine „Krone“ auf der Halbinsel.

Die vielseitig erfahrenen neuen Hoteliers übernehmen mit viel Engagement das Hotel Seekrone. Zukunftsweisende Entscheidungen werden nach und nach realisiert. Umbauten im Haus: alle Zimmer wurden neu renoviert, die Küche wurde nach Erfindungsgabe des Hoteliers Harald Weber nach neuesten küchentechnischen Finessen ausgestattet. Die Theke ist ebenfalls erneuert.

 

Uli Oehler, Ortschronist Wasserburg März 2015

umbauten

Bericht aus dem Dorfspiegel vom 23.01.2015 (PDF-Datei)